19 Aug, 2020

Große Kroatienliebe - Teil 2

geschrieben von Agnes

Große Kroatienliebe - Teil 2

Die Insel Krk

Kroatien hat an seiner 1777km langen Küste über 1000 Inseln zu bieten. Für mich ging es diesmal nach Krk, die in der Kvarner Bucht gelegen und zudem die größte Insel des Landes ist. Mein Wunsch: eine einfache Anfahrt und ganz viel Entspannung direkt am Meer.
19 Aug, 2020
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Meer genießen - einfach jeden Tag Yoga, schwimmen, entspannen

Nach fünf Tagen unterwegs in meinem gemieteten VW California überkam mich die Lust ans Meer zu fahren und einfach das schöne Wetter zu genießen. Ein Blick auf die Karte verriet mir die kürzeste Route vom Nationalpark Plitvicer Seen zur kroatischen Küste. Vor der Kvarner Bucht eine Vielzahl unterschiedlicher Insel. Ich entscheide mich für Krk, auch weil ich hier über eine Brücke auf die Insel fahren kann und nicht auf eine Fährverbindung angewiesen bin. Ich suche auch hier nach einem ruhigen Campingplatz direkt am Meer und entscheide mich für Camping Glavotok und frage dort nach freien Stellplätzen. Trotz Hochsaison sind auch hier noch ausreichend Plätze frei, also mache ich mich kurz nach 9 Uhr auf den Weg, drei Stunden Fahrt vor mir.

Die Fahrt geht durch sanfte Hügellandschaften und kleine Dörfer. Ein schnelles Vorankommen ist bis zur E65 entlang der Küste nicht möglich, dafür ist umso mehr Zeit die Fahrt zu genießen. Die meiste Zeit ist mein Bulli das einzige Auto auf der Landstraße. Ich durchquere ursprüngliche Dörfer und kleine Städte, ich sehe halb fertiggestellte und halb verfallene Häuser. Ab und zu sind Unterkünfte für Landtourismus ausgewiesen, aber es wirkt alles recht vereinsamt.
 
Kurz vor Rijeka geht es über eine mautpflichtige Brücke rüber nach Krk. Die Schranken sind oben und ich kann einfach ohne Maut zu zahlen durchfahren, vielleicht auch das dem Corona-Sommer geschuldet. Nochmal 40 Minuten geht es auf der größten Insel Kroatiens Richtung Süden über eine Schnellstraße, um dann Richtung Milohnici für die letzten 10km abzubiegen. Jetzt geht es über gewundene und immer enger werdende Straßen durch hübsche Dörfer, rechts und links Felder mit Oliven- und Feigenbäumen. Ich fahre bei offenem Fenster, genieße den Ausblick aufs Meer und den Duft aus Meeresluft und Pinienbäumen. Sofort fühle ich mich angekommen und irgendwie daheim, auch wenn ich hier noch nie zuvor gewesen bin.

Der Campingplatz liegt ganz am Ende der Straße und dadurch absolut ruhig, aber auch weit ab vom Schuss. An der Rezeption bekomme ich einen Übersichtsplan mit noch freien Plätzen, zu denen ich laufe um mir einen auszusuchen. Ich will drei Nächte bleiben und möchte unbedingt einen Stellplatz direkt am Meer. Zum Glück fährt abends ein deutsches Pärchen frühzeitig ab - auch aus Angst Kroatien würde mit der neuen Woche auch durch Deutschland zum Risikogebiet erklärt, so dass ich Nachmittags nochmal den Platz wechsle und so den perfekten Platz habe. Ich bin ganz verliebt in den felsigen Strand, das kristallklare Wasser, die Sonnenuntergänge und -aufgänge, die ich beide von diesem Platz aus sehen kann. Einzig ein Baum fehlt diesem Platz, der mir tagsüber Schatten spenden könnte.
  
Und so mache ich es mir gemütlich, fahre meine Markise aus und richte mich ein. Jeder Tag startet und endet mit einer Yogaeinheit und Meditation auf den Felsplateaus, die entlang der Küste des Campingplatzes geschaffen wurden. Das Schwimmen im Meer ist herrlich und im Lebensmittelgeschäft und Gemüsestand des Platzes finde ich alles, was ich fürs Frühstück und Abendessen benötige. Am Abend vor meiner geplanten Abreise überkommt mich eine Wehmut, irgendwie fühlt es sich an, als könnte ich noch länger in diesem kleinen Paradies bleiben. Spontan rufe ich also bei Roadsurfer an und habe Glück, ich kann meinen California noch zwei Tage länger fahren. Das Verlängern klappt ganz unproblematisch, per Email bekomme ich eine Bestätigung mit einem Link über den ich ganz einfach per Paypal die zusätzliche Miete von 250€ zahlen kann. Auch beim Campingplatz habe ich Glück und kann einfach weitere zwei Tage auf meinen Meerblickplatz stehen bleiben.
 
 
Am vierten Tag packt mich dann doch die Lust die Gegend etwas zu entdecken. Nach Krk Stadt will ich nicht fahren, auch wenn sie wunderschön sein soll. Schließlich bin ich vor allem hier um auszuspannen und auch eine Fahrpause einzulegen, um Kraft zu schöpfen für die lange 1000km lange Rückfahrt zu schöpfen, die ich mit nur einem Zwischenstopp hinter der österreichischen Grenze schaffen möchte. Also geht es zu Fuß den Weg hinauf Richtung des kleinen Ortes Milohnici, durch den ich wenige Tage zuvor gefahren bin. Es sind 30 Grad im Schatten und der knapp 40minütige Weg startet mit einer ordentlichen Steigung. Ich unternehme noch einen kurzen Abstecher zum direkt am Meer gelegenen Nonnenkloster von Glavotok und komme ordentlich ins Schwitzen bei dem Auf und Ab. Dann geht es entlang der Felder nach Milohnici. Die reifen Früchte der Feigenbäume sind zu verlockend, ich pflücke ein paar von Ästen, die über der Straße hängen und esse sie gleich auf. Einfach köstlich  
 
In Milohnici angekommen beschließe ich, eine Mittagspause in einer der landestypischen Konobas mit regionalen Spezialitäten einzulegen und bestelle Tintenfischtuben, ganz einfach in Knoblauch und Olivenöl angebraten. Ein absoluter Genuss! Erst später sehe ich auf der Seite des Lokal Konoba pud Brest, dass sie das gesamte Gemüse in einem eigenen Garten anbauen und auf die Lämmer selber züchten. Nicht nur das Essen ist lecker, auch das Lokal selber hat viel Charme. Ich sitze gemütlich auf der überdachten Terrasse auf rustikalen Holzbänken, drinnen setzt sich der rustikale Stil auf sehr originelle Art und Weise weiter fort. Ich bezahle für den Tintenfisch mit Beilagensalat, eine Saftschorle und einen Espresso umgerechnet ca. 16€. Gestärkt kaufe ich im kleinen Supermarkt gegenüber ein paar Kleinigkeiten und mache mich auf den Rückweg und gönne mir einen kleinen Feigennachtisch frisch vom Baum.
Große Kroatienliebe - Teil 2

Auf den Punkt

Herrliches Mittelmeerfeeling, kristallklares Wasser, kleine Felsbuchten, der Geruch von Pinienbäumen direkt am Meer und Felder voller Oliven- und Feigenbäume sowie lokale Spezialitäten locken auf der Insel Krk.
Weltenbummler*in Agnes

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