19 Aug, 2020

Große Kroatienliebe - Teil 1

geschrieben von Agnes

Große Kroatienliebe - Teil 1

UNESCO-Weltkulturerbe Nationalpark Plitvicer Seen

Schon immer wollte ich das Landesinnere von Kroatien erkunden. Ein Highlight des Landes sind die zum UNESCO-Weltkurlturerbe gehörenden Plitvicer Seen, die normalerweise komplett überlaufen sind. Nicht so im Corona-Sommer 2020. Über die beste Entscheidung, einen Campingplatz fast für mich alleine und ein wahres Naturparadies mitten in Kroatien.
19 Aug, 2020
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Tosende Wasserfälle, magische Seen und mystische Wälder

Kroatien ist seit meiner Jugend ein Sehnsuchtsort. Mit meinen Eltern ging es damals zuerst auf die sich sanft ins Meer schmiegenden Insel Rab, später auf die vielseitige Halbinsel Istrien mit ihren zahlreichen historischen Städten, felsigen Buchten und kristallklarem Wasser. In den Jahren darauf zog es mich an andere, weiter entfernte Orte, aber nie vergass ich den Zauber des Meeres, den Geruch der Pinienwälder und die leidenschaftliche Art der Kroaten.
 
Was mir bisher fehlte, war eine Erkundung des Landesinneren und der Nationalparks. Nach kurzer Recherche stand der Nationalpark Plitvicer Seen schnell fest für meinen Solotrip in dem gemieteten VW Bulli. Kurz vor dem Ziel hätte ich dann doch fast alles verworfen. Schuld waren die steigenden Corona-Zahlen in Kroatien, Österreich hatte gerade Kroatien zum Risikogebiet erklärt, Deutschland würde sehr wahrscheinlich bald nachziehen. Kurz vor dem Grenzübergang Slowenien-Kroatien steuerte ich einen Parkplatz an und überlegte eine gefühlte Ewigkeit hin und her, ob ich das Risiko eingehen soll. Ich hatte zuvor in Fernsehberichten gesehen, wie leer Kroatien diesen Sommer sei. Vielleicht eine einmalige Gelegenheit dem Massentourismus zu entgehen. Und ich hatte mich so sehr auf den Nationalpark gefreut. So nah vor dem Ziel konnte ich einfach nicht umkehre und überquerte wenig später problemlos die Grenze nach Kroatien. Es war die beste Entscheidung!
 
 
 
Direkt hinter der Grenze steuerte ich wieder einen Parkplatz an, um auf Nummer sicher zu gehen und mir einen Stellplatz auf einem der am Nationalpark gelegenen Campingplätze zu sichern. Auf der offiziellen Seite des Nationalparks werden zwei Campingplätze empfohlen, Camp Borje und Kamp Korana. Darüber hinaus gibt es noch weitere Campingplätze in der Nähe, aber ich wollte wieder einen naturnahes Campingplatz ansteuern und so entschied ich mich nach einiger Recherche für das Kamp Korana, ca. 10 Fahrminuten von den Seen entfernt. Die Reservierung funktionierte komfortabel online, eine Bestätigung kam per Email, gezahlt wurde bei Abreise. Gebucht habe ich für drei Nächte.
 
Bei Ankunft durfte ich mir ganz frei einen der Plätze auf dem parkähnlichen Gelände aussuchen. Es gab zwar ausgewiesene Stellplätze, aber da sich gerade mal ein Dutzend Campingwagen auf die 130 Stellplätze verteilten, viel die Auswahl nicht leicht. Es regnete bei meiner Ankunft und da mein VW California kein Allrad hatte und ich beim Versuch eine Wiese hoch zu fahren fast stecken blieb, wählte ich einen asphaltierten Platz umgeben von Bäumen und mit Blick ins Grüne.
 
Am nächsten Morgen ging es mit dem kostenlosen Shuttleservice des Campingplatzes um 9 Uhr zum Nationalpark. Der Bus war halb leer. Im Nationalpark gibt es zwei Eingänge, einen im Norden und einen ungefähr auf der Mitte des Parks. Ich entschied mich für den zweiten Eingang. Das Eintrittsticket hatte ich am Abend zuvor bereits online gekauft. Der Eintrittspreis von umgerechnet ca. 26€ (200 kroatische Kuna) für eine Person in der Hauptsaison ist recht hoch. Zumindest im Corona-Sommer gab es auch pro Stunde nur eine begrenzte Menge an Tickets, ich hatte erst eins für 10 Uhr bekommen. Beim Eingang ließ mich jedoch der freundliche Herr an der Kontrolle sofort rein.
Für die Erkundung des Parks werden acht unterschiedliche Routen angeboten sowie Wanderrouten in den Wäldern oberhalb des Parks, die gut ausgeschildert sind. Die kürzeste umfasst 3,5km und dauert ca. 2-3 Stunden und verläuft an den absoluten Highlights der Seen, die längste beträgt 18,3km und dauert ca. 6-8 Stunden und verläuft auch oberhalb der Seen. Ich entschied mich für die Mitte und wählte Route H, mit 8,9km und einer ungefähren Dauer von 4-6 Stunden. Dafür bringt einen eine Touristenbahn nach ca. 10minütiger Fahrt an den südlichsten Zipfel das Parks, von wo aus es zu Fuß sozusagen rückwärts durch den Park geht.
 
Ich war von Anfang an wie verzaubert von der Schönheit, Stille, und Vielfalt des Waldes, der Seen und Wasserfälle. Es war so leer, dass ich große Teile des Weges ganz für mich alleine war. So konnte ich ganz in Ruhe Fotos machen und die besondere Atmosphäre genießen. Zu Beginn regnete es leicht, aber nach nicht mal einer Stunde kam die Sonne raus und die Temperaturen stiegen schnell auf angenehme 25 Grad.
Teil der Route ist eine ca. 30minütige Überfahrt mit einem elektrisch betriebenem Boot über den größten der Seen des Parks, den Kozjak See. Hier sammelten sich zwar schon wartende Touristen, aber es ging recht zügig und in den Booten saß man mit genügend Abstand zueinander. Einzig an der Anlegestelle, an der sich Essensbuden und Toiletten versammelten, war recht viel los. Nicht auszudenken, wie das hier normalerweise aussieht. Mein Versuch ein Eis zu kaufen scheitert an der Barzahlung. Ich kam bis dahin ganz ohne kroatische Kuna aus. Ohne mich hier lange aufzuhalten folgte ich daher weiter meiner Route in Richtung Eingang 1. Hier erwarten einen der höchste Wasserfall (Veliki Slap) Kroatiens mit 78m Höhe sowie Höhlen, wovon aber nur eine betreten werden kann. Die Wege im Park sind sehr gut ausgebaut, zwischen den Seen läuft man über schmale Holzstege und am Ufer der Seen über meist beschattete Wanderwege. Einige Treppen gibt es auch zur Überwindung der Höhenmeter. Es gibt immer wieder Bänke und an mehreren Stellen Picknickbänke.
Ich entscheide mich, den Rückweg zum Eingang 2 komplett zu laufen, hier begegne ich dann nur noch wenigen Wanderfreudigen. Auf einer schönen Wiese am Ende meiner Tour ruhe ich etwas in der Sonne aus, bevor es mit dem Shuttlebus wieder zurück zum Campingplatz geht.
 
Hungrig kämpfe ich etwas mit dem Aufbau unseres Skotti Grills (einen Testbericht dazu findet ihr hier unter Equipment), dann lasse ich den Tag ausklingen bei leckeren Würstchen, einem Tomaten-Mozzarella Salat und kroatischem Bier, das ich in dem kleinen Lädchen auf dem Campingplatz gekauft habe.
 
Noch am Abend entscheide ich am nächsten Morgen aufzubrechen und weiter in den Süden Kroatiens an die Küste zu fahren. Eigentlich war das nicht geplant, aber der Gedanke an Meer und Sonne sind zu verlockend. Obwohl ich drei Nächste im Vorhinein gebucht habe, muss ich nur die zwei Nächte bezahlen und zahle mit Karte umgerechnet ca. 53€ für zwei Nächte inkl. Strom und Nutzung der Sanitäranlagen. Kurz nach 9 Uhr geht es bei schönstem Sonnenschein Richtung Süden auf die Insel Krk.
 
Mein Tipp: Unbedingt viel Zeit nehmen für die Naturvielfalt im Nationalpark Plitvicer Seen. Der Sommer 2020 ist sicherlich nicht vergleichbar mit dem normalen Touristenaufkommen, daher kann ich nichts zu besonders vorteilhaften Reisezeiten sagen - ich war an einem Mittwoch da, was sicherlich dem Wochenende vorzuziehen ist. Was ich empfehlen kann ist der Campingplatz Korana, den Start der Rundtour im Nationalpark am Eingang 2 sowie die Route H. Wenn ihr im Nationalpark Essen oder Souvenirs kaufen wollte, nehmt kroatische Kuna mit. Im Park selber gibt es keine Möglichkeit Geld abzuheben und Karten oder Euro werden nicht akzeptiert.
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Auf den Punkt

Für Naturliebhaber, Wanderer und Naturfotografen ist der Nationalpark Plitvicer Seen ein wahres Paradies! Wer an die kroatische Küste unterwegs ist kann einen Besuch im Park sehr gut auf seiner Route einbauen. Absolut empfehlenswert, bestimmt nicht mein letztes Mal.
Weltenbummler*in Agnes

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